Distilleria Marzadro

Espressioni Futura – 350ml

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Beschreibung

Espressioni Futura 350ml. Der halbe Jahrgang, ganz im Marsala-Fass gereift.

Espressioni Futura 350ml ist die kleine Abfüllung des Jahrgangs-Grappa von Marzadro: Trentiner Trester, vier Jahre Eiche, ein Jahr im Marsala-Fass aus Sizilien. Kein junger Tresterbrand, kein Standardsortiment, keine Barzutat.

Espressioni Futura 350ml enthält denselben Inhalt wie die große Flasche, nur in halber Menge. Das ändert nichts am Grappa, aber viel an der Entscheidung davor. Eine limitierte Edition auszuprobieren fällt leichter, wenn nicht gleich eine ganze Flasche im Schrank steht. Im Glas erwartet Sie ein tiefes Bernstein mit rötlichem Schimmer und ein Duft nach Dattel, Mandel und Holz.

Trockenfrucht aus einem sizilianischen Fass

Das letzte Reifejahr prägt diesen Jahrgang stärker als die vier Jahre davor. Es fand in Fässern statt, in denen zuvor Marsala lagerte, der gespritete Wein aus dem Westen Siziliens.

Marsala selbst liegt jahrelang in Eiche und hinterlässt dort seine Signatur. Dattel, Feige, geröstete Mandel und gebrannter Zucker sitzen im Holz, wenn der Wein heraus ist. Der Grappa holt sie sich im fünften Jahr zurück. Am Gaumen wirkt er dadurch weinig und rund, mit einer Süße, die vom Fass kommt und nicht aus der Flasche. Darunter bleibt die Holzwürze der vier Eichenjahre spürbar. Der Abgang zieht sich lang hin, wärmend, ohne im Hals zu kratzen.

Der Vergleich mit den Vorgängern lohnt sich für alle, die die Reihe kennen. Der Amarone-Jahrgang war dunkler und dörrobstlastiger, der Whisky-Jahrgang brachte Vanille und Röstaromen aus amerikanischer Eiche mit. Der Marsala liegt dazwischen: süßer im Ansatz als der Amarone, weniger holzig als der Whisky. Die Verwandtschaft ist bei allen dreien hörbar, der Unterschied ebenso.

Trocken ist er trotzdem, wie jeder ehrliche Tresterbrand. Wer einen klaren, leichten Grappa erwartet, wird ihn als zu wuchtig empfinden. Und wer ihn in einen Longdrink geben will, verschwendet ihn: Das Fassaroma setzt sich gegen jeden Mixer durch und ist dafür nicht gedacht.

Die halbe Flasche für den direkten Vergleich

Zwei kleine Flaschen erlauben, was mit zwei großen selten jemand macht: zwei Reifestile direkt gegeneinander zu verkosten. Genau dafür ist dieses Format gemacht.

Schenken Sie 2 cl bei 18 bis 20 °C in ein nach oben verjüngtes Glas und lassen Sie es fünf Minuten stehen. Danach riechen Sie zuerst, trinken erst später. Zum Espresso im Wechsel getrunken zeigt der Futura seine Karamellseite. Zu dunkler Schokolade ab 70 Prozent Kakao stützt die Bitterkeit die Trockenfrucht. Mandelgebäck wie Cantuccini liegt ohnehin nah, weil es aus derselben Aromenfamilie kommt wie das Fass.

Auch zu kräftigem Käse lohnt der Versuch. Reifer Blauschimmel bringt Salz mit, und Salz und Trockenfrucht ergänzen sich gut. Während des Essens hat der Futura dagegen nichts verloren: Sein Fassaroma steht so weit vorne, dass es fast jedes Gericht überdeckt. Er gehört ans Ende des Abends, nicht mitten hinein.

Gut zu wissen: Stellen Sie die kleine Flasche neben den Solera oder den Aromatica. Der Unterschied zwischen Fassreife und Rebsortenaroma wird so an einem Abend deutlich. Zwei halbe Flaschen reichen für eine Runde zu viert, mehr als 4 cl pro Person braucht niemand.

Nach dem Öffnen hat die kleinere Flasche einen Nachteil. Sie ist schneller halb leer, und über der Hälfte steht dann anteilig mehr Luft als in einer großen. Das Aroma verändert sich dadurch über Monate hinweg etwas rascher. Verschließen Sie die Flasche fest und lagern Sie sie stehend, dunkel und bei Zimmertemperatur. Liegend greift der Alkohol den Korken an.

Ein Fass pro Jahr, ausgesucht vom Destilliermeister

Die Espressioni-Linie ist der Teil des Sortiments, in dem sich Marzadro nicht wiederholt. Andrea Marzadro wählt für das abschließende Reifejahr jedes Mal ein anderes Holz aus, und damit steht jeder Jahrgang für sich. Brunello, Amarone, Whisky aus Tennessee und nun Marsala markieren die bisherigen Stationen.

Die Grundlage bleibt über alle Jahrgänge gleich. Rote und weiße Trester aus dem Trentino kommen zwischen September und Dezember in die Kupferkolben, solange sie noch feucht vom Most sind. Destilliert wird im Wasserbad, damit die Wärme gleichmäßig ankommt und nichts am Boden anbrennt. Die Destillate werden vor der Reifung verschnitten, nicht danach, was dem Fass einen einheitlichen Brand übergibt. Danach folgen vier Jahre Eiche und das eine Jahr im Sonderfass.

Das Wasserbad ist dabei mehr als eine technische Fußnote. Direkte Hitze am Kesselboden erzeugt Brandnoten, die sich später nicht mehr herausreifen lassen. Über heißes Wasser steigt die Temperatur langsamer und bleibt im ganzen Kessel gleich. Das Destillat wird dadurch weicher, und weichere Destillate vertragen lange Fasslagerung besser. Fünf Jahre Holz überstehen nur Brände, die von Anfang an nichts Scharfes mitbringen.

Gebrannt und gelagert wird in Nogaredo im Etschtal. Dort steht seit 2004 ein Neubau mit acht Kupferkesseln im Kreis unter einem Glasdach, dahinter liegen die Reifekeller. Angefangen hat die Geschichte 1949 mit Sabina Marzadro und einem einzigen Brennkolben. Heute führen Andrea, Anna und Stefano Marzadro das Haus in dritter Generation.

Das kleine Format hat dabei Tradition im Trentino. Grappa wurde dort lange in halben Flaschen verkauft, weil er als Digestif in kleinen Mengen getrunken wird und nicht als Tischgetränk. Erst der Export in den Norden machte die 0,7-Liter-Flasche zum Standard. Für einen Brand, von dem 2 cl am Abend genügen, ist die kleinere Abfüllung eigentlich die logischere.

Ein Jahrgang mit Ablaufdatum, nur kleiner verpackt

Von jedem Futura-Jahrgang entstehen 2.500 nummerierte Flaschen, dann endet die Edition. Nachbestellen funktioniert nicht, weil ein Jahr später ein anderes Fass im Keller steht. Die kleine Abfüllung ändert daran nichts, sie macht den Zugang nur schmaler.

Als Geschenk hat das Format seinen eigenen Platz. Es passt in ein Präsentkörbchen, neben eine Flasche Wein oder als Aufmerksamkeit für jemanden, der selten Spirituosen trinkt. Für Sammler ist die halbe Flasche die günstigere Möglichkeit, eine Jahrgangsreihe lückenlos zu halten. Und wer zum ersten Mal einen lang gereiften Tresterbrand probiert, geht damit ein kleineres Risiko ein.

Die runde Geschenkdose gehört auch bei der halben Flasche dazu. Auf dem Etikett steht die Nummer, die diese Flasche innerhalb der Auflage bezeichnet. Wer sie über Jahre aufbewahren möchte, nimmt sie aus der Dose und stellt sie dunkel in den Schrank. Pappe und Klebstoff halten nicht ewig, das Glas darin schon.

Die halbe Menge eines Jahrgangs, der in dieser Form nicht wiederkommt, und der ideale Einstieg in die Reihe.

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